Denkst du manchmal auch: «Was soll ich auch Grenzen setzen, sie werden ja gar nicht eingehalten.» oder «Jetzt mache ich alles so wie in diesem Buch steht, aber es funktioniert doch nicht.» oder «Für was sollen Grenzen jetzt gut sein, wenn die Grenzen die grösseren Herausforderungen werden für mich und das Kind oder sogar für die ganze Familie?»

Grenzen setzen tönt in allen Büchern immer wahnsinnig einfach, völlig klar und unabdingbar. Nun, vielleicht funktioniert das tatsächlich bei sehr vielen Familien. Ich habe die andere Erfahrung gemacht. Nämlich, dass mir diese nichts gebracht haben und ich all die tollen Ratgeber verschenkt oder in das Brockenhaus gebracht habe. Auch wenn ich mit anderen Eltern spreche, höre ich wie wichtig Grenzen sind. Ja, es geht sogar soweit, dass es Menschen gibt, die einem sagen: «Du musst halt dein Kind nicht so verwöhnen, dann wird es schon folgen.»

Unsere hochsensiblen Kinder brauchen Grenzen und sie fordern sie auch immer wieder auf «Teufel komm raus». Ich glaube da sind wir uns wahrscheinlich einig. 

Wie sollen wir also Grenzen setzen? Was braucht es dazu? Braucht es überhaupt etwas dazu? 

Dazu ist mir eine Lösung geschenkt worden, die ich mit euch teilen will.

„Erst wenn wir keine Erwartungen mehr haben, wie unsere Kinder diese Grenzen einhalten und ob sie diese überhaupt einhalten, erst wenn wir ohne Wut und Groll annehmen können, dass sie die Grenzen jetzt nicht akzeptieren und auch nicht annehmen müssen, erst dann können wir Grenzen klar setzen. Erst wenn wir den Kindern die Freiheit lassen, die Grenzen nicht einzuhalten, sind wir frei. Wir sind an kein Ergebnis mehr gebunden.“

Oft nehmen wir die Grenzüberschreitungen persönlich, fühlen uns nicht gehört oder gesehen. Gerade wenn unser Kind stundenlang, immer wieder aufs Neue die Grenzen überschreitet, scheint es fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, gelassen zu bleiben. Oft müssen aus den Grenzüberschreitungen neue Grenzen gesetzt werden. Es entsteht ein Teufelskreis, der nicht mehr Enden will.

Wie können wir erreichen, dass uns diese nicht treffen und wir gelassen bleiben?

Nun, wir müssen gar nichts erreichen. Ich glaube fest, dass wenn wir bereit sind uns diesen schwierigen Momenten zu stellen, sind sie eine echte Chance für inneres Wachstum. Für uns selbst und auch für das Kind. Ich meine damit nicht, dass wir uns jetzt einfach gehen lassen sollen, sondern vielmehr zu erkennen was dahintersteckt. Dafür müssen wir vielleicht ganz oft in diese Situation kommen, wo die Grenzen masslos überschritten werden, dass auch wir in diesem Moment vielleicht die Grenzen der Kinder überschreiten. Vielleicht schaffen wir es plötzlich, eine Wendung einzuleiten, indem wir im Mitgefühl mit uns und dem Kind sind. Das aber ist ein gemeinsamer Weg, der manchmal sehr steinig sein kann.

Wenn wir unsere Wut und die des Kindes in Mitgefühl wandeln können, sind wir verbunden. Wenn unser Verstand die Kontrolle loslässt, erreichen zu müssen, dass unser Kind uns folgt (Sei es nur um den Anderen zu zeigen, dass wir es richtig machen.), sind wir im Vertrauen. Und dies erhalten wir nicht aus Büchern, sondern aus unserer eigenen ganz persönlichen Erfahrung.

Ratgeber können hilfreich sein, doch neigen gerade hochsensible Mütter dazu alles, was darin steht, können zu müssen und sehen dann nur noch das was sie «falsch» machen. Wir sind absolut richtig, wenn wir fehlbar sind. In den Fehlern und dem vermeintlichen Versagen liegt der Schatz. Dafür sind wir doch da, auch wenn das oft auf Widerstand stösst.

Fühlst du dich angesprochen? Fragst du dich wie du dahinter sehen sollst?

Gerne begleite ich dich mit einem meiner Angebote.