In dieser Zeit, wo uns der Corona Virus im Griff hat verlieren viele Menschen die Orientierung. Wir werden mit tief liegenden Ängsten konfrontiert. Wir werden aus unserer Komfortzone herausgepresst. Jeder von uns ist nun aufgefordert, die lange aufrechterhaltene Kontrolle loszulassen.

Was bedeutet das nun für den Familienalltag mit unseren fordernden Kindern?

Wenn wir so eng beieinander sind, sind die Entwicklungsmöglichkeiten aller Familienmitglieder sehr hoch. Unsere Kinder sind sehr feinfühlig. Sie spüren, dass es in der Aussenwelt rumpelt und sie spüren auch wie es in uns rumpelt. Sie sind nun sehr vielen Schwingungen ausgesetzt, was sie oft überfordert. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir ganz bei uns sind und uns mit unseren Kindern verbinden.

Wie geht das?

Du bist nervös und bist besorgt über das was läuft in der Aussenwelt und genau dann kommt dein Kind mit einem Wutanfall oder macht genau das Gegenteil von dem was du willst.

In diesem Fall verhalten sich die meisten Eltern reaktiv. Das heisst wir werden wütend, schreien die Kinder an, bestrafen sie oder wir werden handgreiflich. Meist löst das aber eine neue Lawine von Wut aus und wir bewegen uns in eine Abwärtsspirale.

Bevor du reagierst, nimm dir erst etwas Zeit. Versuche erst dreimal tief zu atmen und den Boden unter deinen Füssen richtig zu spüren. Frage dich: «Was macht mich wütend, wenn das Kind nicht das macht was ich will?». Sei dabei liebevoll zu dir, habe Mitgefühl mit dir. Das heisst, dass du erkennst, dass deine Rolle als Mutter/Vater, die wohl schwierigste Aufgabe ist, die es gibt.

Du nimmst die Wut zu dir wie ein Baby. Du kannst dir vorstellen wie du es umarmst und es schaukelst. 

Die Wut muss dabei nicht weg gehen. Vielleicht erkennst du aber währenddessen, warum dein Kind gerade das Gegenteil macht von dem was du willst. Du erkennst, dass sein Verhalten nichts mit dir zu tun hat. So kannst du entscheiden anders mit der Situation umzugehen. Du hast dir Aufmerksamkeit und Mitgefühl geschenkt und dies schenkst du dann auch deinem Kind. Je mehr du das machst, je mehr wirst du feststellen, dass sich dahinter oft alte eingefahrene Muster und Glaubenssätze aus der Kindheit verstecken. Diese blähen sich so sehr auf, weil sie angenommen werden wollen. Gerade jetzt in dieser Zeit umso mehr.

Vielleicht brauchst du mehrere Male bis es klappt. Sei auch dann liebevoll und geduldig mit dir. Diese Muster und Glaubenssätze sind gut eingeübt über Jahrzehnte und unser Verstand mag keine Veränderungen.

Du bist jetzt erwachsen. Du bist nicht mehr das Kind. Das ist Vergangenheit. Du bist JETZT und kannst JETZT neu entscheiden.

Suchst du Unterstützung beim Aufdecken dieser Muster und Glaubenssätze?